Erdmaus (Microtus agrestis)

Die Erdmaus, wissenschaftlich als Microtus agrestis bekannt, ist ein Säugetier, das zur Unterfamilie der Wühlmäuse gehört. Sie ist in Mitteleuropa weitverbreitet und zeigt ähnliche Massenvermehrungen wie die Feldmaus.

Erdmaus Steckbrief

Die Erdmaus ist ein kleines, aber häufiges Säugetier in Mitteleuropa. Hier sind einige wichtige Fakten zu dieser bemerkenswerten Art.

  • Wissenschaftlicher Name: Microtus agrestis
  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Nagetiere
  • Größe: 95–133 mm (Kopf-Rumpf-Länge), 26–47 mm (Schwanzlänge)
  • Gewicht: 20–47 g, selten bis 55 g
  • Lebenserwartung: Keine Angabe
  • Nahrung: Gras, Kräuter, Baumrinde, Wurzeln
  • Verbreitung: Große Teile der nördlichen Paläarktis
  • Lebensraum: Lichte Wälder, Lichtungen, vergraste Schonungen, Feuchtwiesen, Hochmoore
  • Natürliche Feinde: Keine Angabe
  • Fortpflanzung: Schnelle Wurffolge, extrem frühe Geschlechtsreife, Nestgemeinschaften
  • Verhalten: Tag- und nachtaktiv, baut Gangsysteme
  • Besonderheiten: Zyklische Massenvermehrungen
  • Schutzstatus: Ungefährdet

SYSTEMATIK

Die Erdmaus gehört zur Klasse der Säugetiere und zur Ordnung der Nagetiere. Ihr wissenschaftlicher Name ist Microtus agrestis.

Kategorie Information
Überfamilie Mäuseartige
Familie Wühler
Unterfamilie Wühlmäuse (Arvicolinae)
Tribus Arvicolini
Gattung Feldmäuse
Art Erdmaus
Wissenschaftlicher Name Microtus agrestis

Merkmale der Erdmaus

Die Erdmaus zeichnet sich durch ihre Größe aus, die im Durchschnitt über der der Feldmaus liegt. Ihr Fell ist auffällig dunkler, weniger dicht und länger. Die Körpermaße variieren, mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 95 bis 133 mm, einer Schwanzlänge von 26 bis 47 mm, einer Hinterfußlänge von 16 bis 19 mm und einer Ohrlänge von 11 bis 14 mm.

Ihr Gewicht schwankt zwischen 20 und 47 g und erreicht gelegentlich bis zu 55 g. Das dunkelbraune Fell der Erdmaus, manchmal auch in einem rötlichen Ton, kontrastiert mit ihrer helleren, weißlichen bis leicht gelblichen Unterseite.

Verbreitung und Lebensräume

Das Habitat der Erdmaus erstreckt sich über weite Teile der nördlichen Paläarktis. Ihr Verbreitungsgebiet spannt sich von Großbritannien und Nordwest-Spanien bis hin zum Baikalsee in Sibirien. In der Vertikalen reicht es vom nördlichsten Punkt Norwegens bis in mittlere Teile Portugals, den Norden Italiens und den Süden Rumäniens und erstreckt sich ostwärts bis zur nördlichen Grenze Kasachstans.

In ihrer natürlichen Umgebung bevorzugt die Erdmaus kühlere und feuchtere Gebiete. In Mitteleuropa sind das vorrangig lichte Wälder, Waldränder, vergraste Schonungen und Feuchtwiesen. Sie dringt unter allen Kleinsäugern am weitesten in Hochmoore vor und ist in den Alpen bis zu einer Höhe von 1800 Metern anzutreffen.

Lebensweise

Erdmäuse sind sowohl tagsüber als auch nachts aktiv. Ihre unterirdischen Gangsysteme legen sie geschickt verborgen unter Gras und Moos oder knapp unter der Erdoberfläche an. In diesen Gängen befinden sich auch ihre Kotplätze. Ihre hauptsächlich pflanzliche Ernährung besteht aus Gräsern und Kräutern, im Winter ergänzt durch Baumrinde und Wurzeln.

Ihre Nester, meist flach unter der Erdoberfläche oder bei feuchtem Untergrund oberirdisch errichtet, finden sich oft in Seggenbülten. Die Erdmaus zeigt eine hohe Anpassungsfähigkeit an schnelle Vermehrung unter günstigen Bedingungen. Sie zeichnet sich durch rasche Wurffolge, frühe Geschlechtsreife und die Bildung von Nestgemeinschaften aus.

In diesen Gemeinschaften säugen Weibchen auch fremden Nachwuchs. Die Wurfgröße ist mit maximal 8 Jungen jedoch geringer als bei der Feldmaus, und eine Fortpflanzung im Winter wurde bisher nicht beobachtet.

Bestand und Gefährdung

In Mitteleuropa und Deutschland gilt die Erdmaus als häufig vorkommendes und ungefährdetes Säugetier. Auch weltweit wird ihr Bestand von der IUCN als nicht gefährdet eingestuft.


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